Lexikon: Meerschweinchen

 

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Meerschweinchen
Bild: Großer Mara.jpg
Großer Mara (Dolichotis patagonum)
'
: Höhere Säugetiere (Eutheria)
:
: (Rodentia)
: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
: Meerschweinchen (Caviidae)
Familie (Biologie)|Unterfamilien
  • Eigentliche Meerschweinchen (Caviinae)
  • Pampashasen (Dolichotinae)

Die Meerschweinchen (Caviidae) bilden eine Familie (Biologie)|Familie in der Ordnung der (Rodentia). Zu ihnen zählt man die Eigentliche Meerschweinchen|eigentlichen Meerschweinchen (Caviinae) und die Pampashasen (Dolichotinae). Das Hausmeerschweinchen (Cavia aperea porcellus) ist in Mitteleuropa am bekanntesten.

Biologie

Fast alle Meerschweinchen-Arten leben in sozialen Gruppen mit einem Männchen, einigen Weibchen und den Jungtieren. Eine Ausnahme bilden nur die Münstersches Meerschweinchen|Münster-Meerschweinchen, die monogam leben.

Die Jungtiere werden komplett entwickelt (Fell, Zähne) geboren ().

Meerschweinchen bewohnen kleine n, worauf auch ihr lateinischer Name hinweist.

Raubtieren weichen sie durch eine Dämmerungslebensweise oder durch Flucht aus. Meerschweinchen sind auf Vitamin C in der Nahrung angewiesen und entwickeln bei Vitamin-C-Mangel .

Eine weitere Besonderheit ist das lebenswichtige Fressen des sogenannten Blinddarmkotes. Diese relativ weichen Kotballen werden ausgeschieden und gleich wieder aufgenommen, weil sie wichtige Bakterien enthalten, welche der Aufrechterhaltung der Darmflora dienen. Daneben deckt der Blinddarmkot den gesamten Vitamin-B-Bedarf und Großteile des Vitamin-K-Bedarfs der Tiere ab.

Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern. In der Haltung als Haustier ist Heu deshalb unverzichtbar.


Name

Ihr deutscher Name entstand vermutlich, weil spanische Seefahrer die Tierchen übers Meer nach Europa brachten, und zudem ihre Lautsprache (Quiekgeräusche) an die der Hausschweine erinnert. Im englischen Namen "guinea pig" ist ebenfalls das Wort Schwein enthalten. "Guinea" ist eine alte englische Münze. Die Seeleute, die damals diese Tiere von ihren Überseefahrten mitbrachten, verkauften angeblich die Tiere für einen Guinea. Noch ein Grund für die Namensgebung. Eine andere Theorie leitet den englischen Namen von dem südamerikanischen Land ab. Von den südamerikanischen Eingeborenen wurden die Tiere als "quwi" () bezeichnet, im südamerikanischen Spanisch heißen sie heute "Cuy". Im englischen wird inzwischen die Bezeichnung "cavy" vorgezogen, da "guinea pig" auch ein Begriff für "Versuchskaninchen" ist.

Herkunft

Wie schon im Paragraph "Name" beschrieben ist, kommen die Meerschweinchen bzw. die Wildmeerschweinchen aus Südamerika, genauer aus den . In den Anden galten die Meerschweinchen bei den Indios als Delikatesse. Hauptsächlich wurden diese gegrillt. Spanische Seefahrer brachten die bereits von den s domestizierten Meerschweinchen (Hausmeerschweinchen) dann im 15. Jh. nach Europa. Diese waren eigentlich nur zum Verzehr von den Spaniern gedacht.

Wildmeerschweinchen leben in einer Höhe von bis zu 5000 m in Höhlen. Sie weisen einige Unterschiede zu den Hausmeerschweinchen auf: Meist glattes, braunes bis graues Fell, längere Hinterbeine und große Sprungkraft (Sprünge bis zu 75 cm Weite und Höhe).

Nutzung

Meerschweinchen sind ürsprünglich wegen ihres Fleisches domestiziert worden und werden in einigen südamerikanischen Andenstaaten wie z.b. noch immer gerne als Nutztiere zum Verzehr gehalten. Sie gelten dort als beliebte Grilldelikatesse und sollen wie eine Kombination aus Kaninchen- und dunklem Hühnerfleisch schmecken. Das nahrhafte Fleisch hat einen Protein|Proteingehalt von ca. 21% und dabei nur einen Fettanteil von 8%. Besonders im Andenhochland sind sie eine bedeutende Proteinquelle und schon lange ein fester Bestandteil der traditionellen Volksmedizin. Die Meerschweinchen sind in diesen Ländern als Nutztiere auch deshalb so beliebt, weil ihre Haltung im Vergleich zu anderen fleischgebenden Haustieren auch und besonders in städtischer Umgebung nur einen geringen Platz benötig und sie sich zusätzlich sehr schell vermehren. Allein in Peru werden pro Jahr ca. 65 millionen Meerschweinchen verzehrt und sie sind dort auch schon seit langem ein fester Bestandteil der Esskultur, dass selbst ein berühmtes Gemälde des letzten Abendmahls in der Haupkathedrale von Christus und die zwölf Apostel beim Verzehr von Meerschweinchen zeigt.


Kategorie:Nagetiere


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